VDE 0751 Prüfung - Medizingeräteprüfung - BGV A3 Prüfung und VDE Prüfung elektrischer Anlagen, Stuttgart

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DIN VDE 0751: Medizingeräteprüfung - professionelle Sichtprüfung nach DIN VDE 0751

Im Vorfeld einer jeden elektrischen Prüfung muss stets eine so genannte Sichtprüfung erfolgen, im Zuge welcher offenkundige Mängel wie etwa mechanische Schäden oder Verschmutzungen festgestellt werden können. Hierbei muss geprüft werden, dass sowohl die Gehäuseteile als auch die Zubehörteile keinerlei Schäden aufweisen. Auch Anschlussleitungen und Anschlussstecker müssen unbeschädigt sein. Darüber hinaus muss der Prüfer im Zuge einer Wiederholungsprüfung in Bezug auf die Eignung am spezifischen Einsatzort geprüft werden. Sämtliche Aufschriften müssen vollständig und gut lesbar sein, alle notwendigen Unterlagen müssen zur Verfügung gestellt werden.



DIN VDE 0751: Messung des so genannten Schutzleiterwiderstandes

Für Geräte der Schutzklasse I ist der Widerstand des Schutzleiters zu prüfen. Diese Messung erfolgt vom Netzanschlusspunkt aus (Schutzkontakt des Netzsteckers) zu sämtlichen berührbaren metallischen Gehäuseteilen, die in direkter Verbindung mit dem Schutzleiter zu stehen haben. Der besagte Schutzleiter ist mit einem Prüfstrom von mind. 200 mA zu prüfen.


Messung  der  Ableitströme

Hierbei sind Geräte und die so genannten Patientenableitströme zu messen. Zum Einsatz kommen hierbei die folgenden Messverfahren:

  • Prüfmessung des Ersatzableitstromes

  • Direkte Ableitstrommessung

  • Ableitstrommessung gemäß Differenzstromverfahren



Ersatz-Geräteableitstrommessung gemäß DIN VDE 0751
(= alternatives Messverfahren)


Hierbei wir der Ersatz-Geräteableitstrom zwischen den kurzgeschlossenen Netzanschlüssen (L/L) und dem Schutzleiter bzw. berührbaren leitfähigen Teilen der zu überprüfenden Einheit gemessen. Der Prüfling muss hierbei eingeschaltet sein, sodass sämtliche Stromkreise erfasst werden können.



DIN VDE 0751: Messung des Ersatz-Patientenableitstromes

Die Ersatz-Patientenableitstrommessung verkörpert gemäß DIN VDE 0751 ein alternatives Messverfahren für die Bestimmung des so genannten Patientenableitstromes.

Gemessen wird hierbei der Ersatz-Patientenableitstrom zwischen kurzgeschlossenen Netzanschlüssen (L/N) sowie Patientenanschlüssen eines jeden Anwendungsteiles. Geräte der Schutzklasse I werden darüber hinaus via PE-Anschluss mit dem Netzeingang verbunden.

Bei elektrischen Geräten mit interner Stromversorgung wird der Ersatz-Patientenableitstrom zwischen Gehäuse (bzw. alternativ berührbare leitfähige Teile) und den Patientenanschlüssen eines jeden Anwendungsteiles gemessen. Auch hierbei muss die zu überprüfende Einheit eingeschaltet sein, sodass sämtliche Stromkreise erfasst werden können.



DIN VDE 0751: Messung des Isolationswiderstandes

Diese Prüfmessung erfolgt innerhalb aller aktiven Leiter sowie den leitfähig und berührbaren Teilen des jeweiligen Betriebsmittels. Um alle Stromkreise erfassen zu können, muss das zu überprüfende Gerät eingeschaltet sein. Bei Geräten der Schutzklasse II werden Messungen zwischen aktiven Leitern und sämtlichen berührbar-leitfähigen Teilen durchgeführt.

BetrSichV, MPBetreibV, DGUV 3 / BGV A3 und DIN EN 62353
(VDE 0751-1) als Grundlagen für Prüfungen von medizinischen elektrischen Geräten bzw. Systemen


Die Überprüfung gemäß VDE 0751-1 beinhaltet eine Sicht- und Funktionsprüfung sowie darüber hinaus eine spezielle elektrotechnische Prüfung. Sie dürfen lediglich von einer Fachkraft unter Berücksichtigung der entsprechenden DIN-Normen vollzogen werden.


Fachliche Anforderungen bezüglich der Qualifikation des Prüfers

  • Gemäß § 2 der MPBetreibV (Medizinprodukte-Betreiberverordnung) dürfen Medizinprodukte ausschließlich nach den allg. anerkannten Regeln der Technik bzw. Unfallverhütungsvorschriften errichtet, angewendet und betrieben werden.


  • Solche Geräte dürfen laut § 14 MPG (Medizinproduktegesetz) nicht angewendet bzw. betrieben werden, sofern sie Mängel aufweisen, die Patienten, Angestellte oder Dritte gefährden könnten.


  • Jede so genannte Elektrofachkraft ohne Nachweis eingängiger Kenntnisse auf dem Spezialgebiet der Medizintechnik kann eine Prüfung für gewöhnlich nicht selbständig durchführen. Auch die Teilnahme an Tageslehrgängen bildet keine Grundlage, um eine Messprüfung gemäß DIN VDE 0751-1 durchzuführen.


  • Der Betreiber von Medizinprodukten muss auf Anforderung der zuständigen Behörde die Eignung der prüfenden Fachkräfte nachweisen. Besonders relevant wird dies im Rahmen von konkreten Schadensereignissen mit Benutzern, Patienten oder Dritten.


  • Gemäß § 4 Absatz 1 MPBetreibV hat der Betreiber die ausdrückliche Pflicht, zur Instandhaltung von elektrischen Anlagen nur Fachleute einzusetzen, die mit entsprechend fundierter Sachkenntnis die Voraussetzungen für die ordnungsgemäße Überprüfung mitbringen.


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